Island – 11 Dos und Don’ts

Dos und Don'ts Island

Island – 11 Dos und Don’ts

Meine Tipps, was du auf keinen Fall verpassen und tunlichst unterlassen solltest!

Island liegt voll im Trend. In den letzten Jahren hat die Insel ein exponentielles Touristenaufkommen verzeichnen können. Vor allem an den schnell ausgebuchten Hotels und Guesthouses merkt man schnell, dass Island mit dem Trend nicht Schritt halten kann. Aber vielleicht wollen sie es auch nicht. Denn es ist die unberührte Natur, um die es hier geht. Die durch zu viele Touristen hohe Belastungen erfahren würde. Nichtsdestotrotz: Island zeigt, wie wunderbar und wie aufregend unsere Erde ist. Ich habe noch nie eine vielfältigere Landschaft gesehen, als auf dieser Insel. Damit du nichts verpasst, hier elf Dos und Don’ts für Island!

Dos und Don'ts Island

Die Dos der Dos und Dont’s

1. Buche früh. Wirklich früh.

Wir haben erst zwei Monate vor unserer Reise gebucht. Viel zu spontan! 97% der Unterkünfte an der ganzen Südküste waren zu dem Zeitpunkt schon ausgebucht! Wir mussten uns mit Rest-Guesthouses an Orten, an denen wir eigentlich nicht übernachten wollten, begnügen. Eigentlich wollten wir noch eine Nacht im weiten Osten der Südküste verbringen. Fehlanzeige: Alles ausgebucht.
Buche mindestens ein halbes Jahr vor deiner Reise. Jetzt (Mitte September) ist z.B. in Höfn für Mitte März 2017 schon wieder 42% belegt!
Des Weiteren sind auch die günstigen Autos begrenzt. Je später du buchst umso teurer wird es. Und die Autoanmietung ist eh schon kein Schnäppchen.
Du siehst: Dieses Do der Dos und Don’ts wird dir viel Planungsstress und einiges an Geld ersparen!

2. Schlafe mindestens eine Nacht im UXI Guesthouse und lasse dich von UXI bekochen!

Uxi, der Besitzer des Guesthouses scheint ein durchschnittlicher Kerl zu sein. Er würde niemals aus der Masse herausstechen. Mit einem etwas schüchternen Blick begrüßt er uns bei unserer Ankunft und setzt sich für einen Kaffee zu uns. Endlich mal ein ausführliches Gespräch mit einem Isländer! Man merkt ihm sofort die Liebe zu seinem Land an, aber hört auch durchaus differenzierte und kritische Töne heraus über Reykjavik, die rasant wachsenden Touristenströme, über das isländische Gemüt, das Wetter und die Fischereipolitik. Die Schüchternheit ist verflogen, vielleicht haben wir uns sie auch nur eingebildet.
Spätestens, als UXI am nächsten Morgen Frühstück macht, hat er uns überzeugt von sich und seinem Guesthouse. Er steht mit Zahnbürste im Mund in seiner großen Küche und schwenkt seinen Küchenhelfer: „Sorry, hab verschlafen! Gleich geht es los!“. Es gibt leckeren Skyr-Shake mit einem Peanut-Butter-Jelly-Pfannenkuchen. Mit Gurke. Mit Apfel. Ich klappe skeptisch den Pfannkuchen zusammen, probiere – und bin begeistert. Die Kombination ist der Hammer! Am nächsten Morgen gibt es selbstgemachtes Brot mit einem sau leckeren Omlette. Wenn UXI abends Zeit hat (was er meistens hat), wird er dir anbieten, für dich zu kochen. Wir haben uns Lamm gewünscht – hervorragend!
Uxi erzählt, dass er früher Koch in Reykjavik war und dass sein Vater Chefkoch ist. Das merkt man! Also, ein großes Do der Does und Don’ts:  Schlafe bei UXI und lass dich kulinarisch verwöhnen!

3. Biege ab auf unbekannte Straßen!

Wir sind immer wieder von unserer eigentlichen Route abgebogen und wurden nie enttäuscht. Wunderbare Täler, weiß qualmende heiße Flüsse, wunderschöne einsame Wasserfälle, spektakuläre Felsformationen. Island abseits der Ringstraße ist ein Traum. Nimm dir die Zeit und entdecke die Insel! Es lohnt sich!

4. Sei geduldig!

Wenn du keine Geduld hast, könnte es sein, dass dir das Wetter Geduld beibringt. Wir haben die ersten zwei Tage einen entscheidenden Fehler gemacht: Wir haben unser Auto auch verlassen, wenn dicke Regentropfen auf unsere Windschutzscheibe geprasselt haben. Natürlich waren wir einige Male zwar glücklich, aber pitschenass, als wir wieder eingestiegen sind. Irgendwann haben wir gemerkt: Hey, wenn wir einfach mal das Schauer abwarten, könnten wir einfach nur glücklich sein, ohne gleich die Hose wechseln zu müssen! Deswegen: Schön entspannt bleiben!

5. Bring deine Kamera mit!

Bisher hat mich durch den Sucher kein Land so begeistert, wie Island! Immer wieder mussten wir am Wegesrand anhalten, um noch ein Foto zu machen. Und noch eins. Und noch eins.
Bei wirklich schönen Orten lohnt es sich, sich Zeit zu nehmen. Die tosenden Wasserfälle sind wie gemacht für einen ND-Filter.

6. Überspringe die Blue Lagoon

Die Blue Lagoon ist DIE Touristenattraktion des Landes. Kein anderes Angebot wird so häufig in Anspruch genommen, wie das heiße Bad in den Lavafeldern. Das Wasser stammt aus einem Kraftwerk, das auf die Lavafelder geleitet wird. Aufgrund einer bestimmten Alge, die sich auf dem Gestein absetzt, schimmert das Wasser weiß-bläulich. Der Kontrast zum schwarzen Stein ist wunderbar anzusehen. Und auch das Baden in Thermalquellen ist sehr entspannend. Aber ein Eintritt von mindestens 40€ (!) ist einfach unverschämt. Besonders, wenn man bedenkt, dass über ganz Island kleine Thermalbäder verstreut sind, die so idyllisch und mystisch liegen, dass das Blau der Blue Lagoon ganz schnell einstecken kann. Guck dir das hier einfach mal an und du wirst verstehen, was ich meine: Seljavallalaug Pool.


Die Don’ts der Dos und Dont’s

7. Spare nicht beim Auto!

Selbst die Ringstraße, die einmal komplett um Island führt und die am besten ausgebaute Straße Islands ist, ist nicht komplett geteert! Sobald man von den Hauptstraßen abbiegt fährt man höchstens auf einer Schotterstraße. Wir haben einen Jeep gemietet und hatten so einige Male großes Mitleid mit anderen, die sich mit ihrem kleinen Kleinwagen durch die tiefen Schlaglöcher quälten. Es ist einfach viel entspannter, zu wissen, dass man sich keine Sorgen machen muss, wie die Straße beschaffen ist. Das gilt auch für die Versicherungen. Es gibt nichts Schlimmeres, als an den schönsten Landschaften vorbeizufahren, davon aber nichts mitzubekommen, weil man so sehr mit dem vorsichtigen Fahren beschäftigt ist. Einem Freund ist es tatsächlich passiert, dass auf einer Schotterpiste die kleinen Steine in die falschen Öffnungen seines Kleinwagens geflogen sind: Motorschaden – 5000€. Hätte er keine entsprechende Versicherung abgeschlossen, wäre sein Urlaub ganz schön versaut gewesen.
Ein weiterer riesiger Vorteil ist, dass man mit einem Jeep ins Hochland darf – wobei wir beim nächsten Punkt wären…

8. Verpasse auf keinen Fall das Hochland!

Faszinierende Landschaften, die dich mit ihren unglaublich leuchtenden Farben in ihren Bann ziehen, erwarten dich im Hochland. Immer wieder haben wir gedacht: „Wow, schöner geht es nicht!“, doch als wir über die nächste Kuppe gefahren sind, wurden wir vom Gegenteil überzeugt und verfielen ins nächste große Staunen. Diese Kombination von tiefem Schwarz und knalligem Grün werde ich niemals vergessen!
Um überhaupt ins Hochland fahren zu dürfen braucht man einen Allrad-Jeep. Abgesehen davon, dass dicke Strafen drohen, würde man mit einem normalen Auto eh nicht weit kommen. Es ist schon eine kleine Herausforderung durch die riesigen Schlaglöcher zu manövrieren – es macht aber auch verdammt Spaß! Wer ins Hochland fährt sollte darauf gefasst sein, tiefe Flüsse passieren zu müssen. Aber keine Sorge, das ist kein Problem und macht sogar ebenfalls einen heiden Spaß. Das Hochland war auf jeden Fall ein Highlight unseres Trips!

9. Fahre kein Offroad!

Überall stehen Hinweise, was man der Natur antut, wenn man Offroad fährt. Der Boden und die Vegetation erholen sich von dieser harschen Belastung aufgrund des weichen Bodens erst nach Jahrzehnten! Deshalb wird es auch mit hohen Strafen von mindestens 1000€ bestraft. Ein paar Asiaten, die erwischt wurden, wurden zusätzlich gezwungen, ihre Spuren so gut es geht mit Haken zu beseitigen. Haha! 😀
Also: Ein großes Don’t der Dos und Don’ts! Fährst du Offroad, bist du ein Idiot.

10. Überschätze Reykjavik nicht!

Auf Reykjavik wird derzeit in verschiedensten Zeitschriften und Blogs eine Lobeshymne nach der anderen gehalten. Ich kann dagegen mit gutem Gewissen sagen: Ein dreiviertel Tag reicht vollkommen aus, um die Stadt genügend kennenzulernen. Ich bin kein Freund des schnellen Abhakens von Sehenswürdigkeiten, aber das musst du mit 6 Stunden Zeit auch nicht. Am besten nimmst du dir ein Zimmer in Reykjavik, bei dem du abends erst ankommst, um gleich morgens mit deiner Stadttour zu beginnen. Der frühe Morgen beginnt am Besten mit zwei warmen Brötchen mit Schokoflocken von Braud & Co (oh gott, wie lecker!) und einem Kaffee der Reykjavik Roasters. Herrlich! Danach ist es nicht mehr weit bis zur berühmten Hallgrimskirche (sehr fotogene Gebäudefront, sonst sehr unspektakulär) und anschließend schlenderst du auf möglichst indirektem Wege durch die pittoreske Stadt zur Harpa Concert Hall. Diese wird dich so sehr in ihren Bann ziehen! Versprochen! Wir haben bestimmt eine Stunde in dem gar nicht mal so großem Gebäude verbracht und haben die einem Gletscher nachempfundenen Architektur mit ihren genialen Farbspielen genossen. Ein wirkliches Highlight, das die Isländer sich da gebaut haben! Anschließend noch ein bisschen durch die Stadt schlendern, in die kleinen individuellen Lädchen gucken und schon ist es 15.00 Uhr und es kann weiter (bzw. wieder) in die viel beeindruckendere Natur Islands gehen.

11. Reise nicht zu lang!

Wir selbst waren eine Woche unterwegs auf der Insel und haben ein straffes Programm durchgezogen. Jeden Tag morgens um 07.30 Uhr aufgestanden und abends total kaputt mit etlichen Eindrücken vollgestopft um 23.00 Uhr ins Bett gefallen. Weil wir lieber etwas länger an einem Ort sind, als von einer zur nächsten Sehenswürdigkeit zu pesen haben wir beschlossen, nicht die komplette Ringstraße zu fahren. So waren wir „nur“ im Süden unterwegs. Und es war die richtige Entscheidung. In den unterschiedlichen Guesthouses haben wir einige Gruppen kennengelernt, die zwei, teilweise sogar drei Wochen unterwegs waren. Sie haben alle das gleiche erzählt: Es ist zu viel. Zu viel Gefahre. Zu viele Eindrücke. Zu viel Island. Irgendwann war es nur noch ein Abhaken von noch einem Wasserfall und noch einer heißen Quelle. Wir haben im Gespräch deutlich gemerkt, dass die Luft einfach raus war.
Wie schon in anderen Blogposts erwähnt, brauche ich nach ein paar Tagen einfach Entspannung und Nichtstun, um das Erlebte zu verarbeiten. Dazu gibt es aber in Island kaum Möglichkeiten, weil die Insel einfach nicht gemütlich ist.
Deswegen: Eine Woche am Stück reicht!

Das waren meine Dos und Don’ts für Island. Hast du noch ein paar Tipps? Gern rein damit in die Kommentare!


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3 Comments. Leave new

Wow! Das gilt den Bilden 🙂 Großartig. Meist bin ich vor Ort enttäuscht, weil die Aussicht nie so ist, wie auf den Fotos, aber ich glaube, Island ist da eine Ausnahme.
Für die Do’s und Dont’s kann ich nur Danke sagen. Dass man so früh buchen muss, ist mir nicht bewusst gewesen.
Viele Grüße
Maria

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Hallo Maria,
danke für die warmen Worte 🙂
ja, das stimmt, man darf seine Erwartungen nicht auf zu stark bearbeiteten Bildern aufbauen. Ich bearbeite meine Bilder aber grundsätzlich so, dass sie die Wahrheit wiederspiegeln.
Schönen Gruß
Timo von myTravelMates

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ich bin auch gerade zurück von einer Reise nach Island, wir sind in zwei Wochen einmal Rund um die Insel gefahren, so hatten wir genügend Zeit auch mal Pause zu machen, wir waren aber auch nicht wie ihr immer bis spätabends unterwegs, früh buchen sollte man aber auf jeden Fall, wir haben etwa ein halbes Jahr im voraus gebucht und waren in super Guesthouses

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