4 Wochen Indonesien – Bus, Zug und Taxi

ÖPNV und Transportmittel Indonesien

 

Die Highlights Indonesiens erleben

Meine 10 Highlights, die während ich meiner 4 Wochen Indonesien erlebt habe, habe ich ja schon vorgestellt. Als Reaktion hierauf haben mich viele Nachrichten erreicht mit der Frage, wie ich denn von A nach B gekommen sei. Sehr gute Frage! Genau über dieses Problem habe ich mir vor meiner Reise ebenfalls den Kopf zerbrochen! In diesem Blogbeitrag präsentiere ich euch die Route durch Java, die wohl die allermeisten Backpacker nehmen. Außerdem gebe ich euch noch allgmeine Tipps für den Transport durch Indonesien.

Vorankommen

Auf Java haben wir (wo es ging) ausschließlich auf den öffentlichen Verkehr gesetzt. Das hat den großen Vorteil, dass du viel vom alltäglichen indonesischen Leben mitbekommst und auch mal Ecken siehst, die du sonst nicht sehen würdest. Die Indonesier sind (meist) ungemein hilfsbereit und du solltest keine Scheu haben, nach dem Weg zu fragen! Auf Bali sind wir dann nur noch Mopped oder ggf. aus Bequemlichkeit privates Taxi gefahren. Das ist (für deutsche Verhältnisse) nicht teuer und sehr bequem, man ist aber natürlich auch nicht so nah am Alltagsgeschäft und du lernst während der Fahrt keine anderen Backpacker kennen.

Vorsicht!

Es gibt auch viele fertig gestrickte “geführte” Touren (z.B. von Yogyakarta über den Bromo über den Ijen bis nach Ubud), bei denen du von Ort zu Ort mit einem Bus gefahren wirst. Wir haben reichlich Leute kennengelernt, die diese Variante gewählt haben. Tu es nicht! Wir haben nur schlechtes gehört (und teilweise selbst miterlebt)! Es mag zwar erst einfacher und komfortabler als die öffentlichen Verkehrsmittel klingen, aber die Busse sind sehr eng und die Zeit an den Orten sehr beschränkt. Ein Pärchen hat sogar erzählt, dass sie ein Paket mit Hostels gebucht haben, dann am Vulkan Ijen sehr spät ankamen und kein Bett gebucht war! Das ganze Dorf war ausgebucht und der ganze Bus musste über Nacht auf der Straße bleiben. Sowas willst du bestimmt nicht erleben. Deswegen die Empfehlung, auch wenn es sich erst komplizierter anhört: Setze auf den ÖPNV!

Wie gesagt, solltest du offen sein und einfach nach dem Weg fragen. Die einfachste Variante ist es, andere Backpacker, die Hostelrezeption oder Indonesier anzusprechen. Allerdings sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es gerade bei den Indonesiern schwarze Schafe gibt. Uns wurde unter anderem erzählt, dass kein Bus mehr fährt, sie uns aber für Geld gerne selber fahren. Oder es wurde im Taxi mit Taxameter ein riesiger Umweg gefahren. Oder ein Typ kommt in den Bus und möchte den Fahrpreis abkassieren, obwohl er nicht der Busfahrer ist. Keine Sorge, das ist nicht die Regel, passiert aber: Also immer schön aufmerksam und selbstbewusst bleiben!

Des Weiteren solltest du auf deine Wertsachen aufpassen! Wenn möglich, stell deinen Rucksack auf den Platz neben dir. Wenn kein Platz ist und der Rucksack in den Kofferraum oder aufs Dach muss, sollten keinerlei Wertsachen mehr darin sein! Diese gehören sowieso in einen Daypack, auf den du immer Acht gibst!

Das hört sich natürlich jetzt einschüchternd an. Natürlich musst du in einem Land, in dem du durch einen Blick als reicher Europäer erkannt wirst, immer achtsam sein. Aber so schlimm, wie es jetzt den Eindruck erweckt, ist es wirklich nicht. Ich persönlich habe schon ein paar mal viel zu viel bezahlt, ausgeraubt oder bestohlen wurde ich aber noch nicht und das obwohl ich zugegebenermaßen manchmal etwas fahrlässig-naiv durch die weite Welt stapfe.

Blue Bird Taxis

Die Blue Bird Taxis sind die zuverlässigsten Taxis, sie nehmen meistens den kürzesten Weg und sprechen meistens ein paar Fetzen Englisch. Am besten ist es, du benutzt ausschließlich dieses Taxiunternehmen.

Roller leihen

Auf Bali gibt es nichts herrlicheres, als mit dem Roller über die Insel zu fahren. Ein fantastisches Gefühl, wie dir der warme Wind durch dein Gesicht weht, während du an Reisterrassen vorbeicruist oder einen Vulkan erklimmst. Einen Roller kannst du so gut wie überall mieten. Sobald du einem Indonesier erzählst, dass du einen Roller mieten möchtest, macht er es möglich. Ich hatte das Gefühl, dass er alle seine Freunde anruft, um zu fragen, ob die heute ihren Roller brauchen. Nach einer viertel Stunde hast du einen Roller vor dir stehen. Du solltest auf jeden Fall einen Helm tragen! Und vergiss auf keinen Fall nach den Fahrzeugpapieren zu fragen, denn dass du in eine Polizeikontrolle kommst ist relativ wahrscheinlich. Dann solltest du folgende Papiere dabei haben, denn sonst wird es teuer (ab 300.000 Rp):
– Internationaler Führerschein
– Pass
– Fahrzeugpapiere

 


Reiseroute: 4 Wochen Indonesien

Jetzt aber Schluss mit dem Vorgeplänkel! Hier die Route für 4 Wochen Indonesien, die ich durch Java nach Bali und Sumatra empfehlen kann:

Von Jakarta nach Yogyakarta

Vor deiner Reise fragst du dich bestimmt: Lohnt es sich, nach Jakarta reinzufahren und die Stadt zu besichtigen? Ich habe mich damals dagegen entschieden, da es eine sehr dreckige Stadt sein soll, die kaum Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Ich habe gleich nach meiner Landung am Flughafen den nächsten Flug nach Yogyakarta gesucht. Gehe einfach durch den Flughafen und frage Angestellte an Schaltern (die können meist zumindest ein wenig Englisch) wo du nationale Flugtickets kaufen kannst, bzw. wo die Airlines ihre Stände haben. Hole dir mehrere Angebote und buche das beste. Anschließend musst du mit einem Shuttlebus vom internationalen (wo du jetzt bist) zum nationalen Terminal fahren. Frage hierzu einfach Einheimische, die an Bushaltestellen warten, wo der richtige Bus abfährt (zusätzlich kannst du das Flugticket zeigen, dann verstehen sie sofort, was du möchtest). Es werden dich natürlich sofort Taxifahrer ansprechen: Schüttle einfach freundlich den Kopf, sie sind nicht sehr aufdringlich.

In Yogyakarta angekommen, empfehle ich einfach ein Taxi (Blue Bird) zum Hostel zu nehmen. Nach so einer langen Anreise hatte zumindest ich persönlich keine Lust mehr auf weitere Unbequemlichkeiten.

Mit dem Bus zum Tempel Prambanan

Zum Tempel Prambanan gelangst du ganz einfach, indem du dich an einer der Zahlreichen grün-gelben TransJogja-Bushaltestellen an der Malioboro Street in den grün-gelben TransJogja-Bus 1A setzt. Die Busse fahren ca. alle 20min und kosten pro Fahrt 3600 Rp. Nach ca. 30 Minuten erreichst du den Tempel Prambanan. Ich kann nur empfehlen, den Tempel sehr früh morgens zu besuchen! Da knallt einem die Sonne noch nicht so auf den Kopf.

 

Mit dem Bus zum Tempel Borobudur

Auf dem Weg zum Borobudur musst du ein Mal umsteigen. Fahre vom Hauptbahnhof mit dem TransJogja-Bus 2A oder 2B zum Jombor-Busbahnhof (3600 Rp). Hier musst du in den Bus Richtung Borobudur umsteigen, der 25000 Rp kostet und ca. 90 Minuten fährt. In Muntilan wird ein Zwischenstopp von ca. 15 Minuten eingelegt. Wenn Leute sitzen bleiben, wird der Bus garantiert weiter fahren! Lass dich dann nicht aus dem Bus locken.

In Borobudur angekommen musst du nur wenige hundert Meter bequem zu Fuß bis zum Tempel oder deiner Unterkunft gehen.

Mit dem ÖPNV zum Bromo

Wie oben beschrieben, werden dir einige Angebote für angeblich bequeme Reisen zum Mt. Bromo per Bus angeboten. Die Route mit den öffentlichen Transportmitteln, die ich dir jetzt beschreibe ist anstrengend, aber sehr lohnenswert!

Reserviere am Hauptbahnhof mindestens einen Tag vor deiner geplanten Reise ein Zugticket nach Surabaya. Damit du abends beim Bromo ankommst, musst du spätestens den Zug um 07.25 Uhr nehmen!

Der Zug ist sehr bequem und bietet eine gute Gelegenheit andere Backpacker und vielleicht sogar neue Weggefährten kennenzulernen. In Surabaya (Haltestelle Semut, nicht Gubeng!) angekommen fahre mit dem Taxi zum Busbahnhof Bungarasih. Von hier aus nimmst du einen Bus nach Probolinggo.

Der Busbahnhof in Probolinggo ist ein unangenehmer dreckiger Ort. Die indonesischen Abzocker sind hier sehr aufdringlich. Ein Backpacker, der mit uns im Bus saß hat erzählt, dass er nach dem Weg gefragt hat, ihm erzählt wurde, dass er an dem falschen Busbahnhof sei. Er habe sich deshalb davon überzeugen lassen in ein Taxi zu steigen. Wo kam er nach 5 Minuten Rumgegurke an? Richtig! Am gleichen Busbahnhof! So etwas muss man dann einfach nur mit Humor nehmen!
Von Probolinggo aus fahren kleine “Bemo”-Busse zu dem Dorf direkt am Bromo (“Cemoro Lawang”). Diese Busse fahren allerdings erst los, wenn sich mindestens 13 Mitreisende gefunden haben. Wir mussten 1,5 Stunden warten, bis wir genug waren. Der Preis liegt bei ca. 35.000 Rp (unbedingt verhandeln!), die Fahrtzeit beträgt ca. 1,5 Stunden. Die Rucksäcke werden übrigens auf das Dach gebunden, damit mehr Menschen in das Gefährt passen. Die Aussicht während der Fahrt ist zeitweise atemberaubend und obwohl unser Bus richtig vollgestopft war, haben wir die Fahrt genossen.

Wir sind sehr spät in Cemoro Lawang (beim Bromo) angekommen. Schnell einen Schlafplatz suchen, noch eben eine Kleinigkeit essen und ein Bier trinken und dann schnell ins Bett. Denn am besten stehst du in der Nacht um 02.30 Uhr auf, um zum Aussichtspunkt zu klettern!

 

Vom Bromo nach Bali, Ubud

Fahre zunächst mit dem Bemo-Bus zurück nach Probolinggo.
Wie gesagt, lass dich in Probolinggo nicht über’s Ohr hauen. Als wir im Bus auf die Abfahrt warteten, kam ein Mann herein und wollte den Fahrtpreis abkassieren. Glücklicherweise war einer meiner im Bus zum Bromo kennengelernten Mitreisenden so geistesgegenwärtig zu bemerken, dass der Mann von keinen der Einheimischen Fahrgäste Geld haben wollte. Auf die Frage, warum die anderen nicht bezahlen müssen, wurde der Mann sehr aufdringlich und wollte uns aus dem Bus schmeißen. Wir blieben sitzen. Immer wieder kam der Mann an und meckerte lauthals herum. Wir blieben sitzen und schließlich fuhr der Bus los. Als der Mann dann noch ein mal Geld verlangte, während ein anderer bei den Einheimischen abkassierte, platzte einer meiner Mitreisenden der Kragen, riss die Tür bei der nächsten Ampel auf und verlangte, dass sofort der Kofferraum zu ihrem Rucksack geöffnet werden solle! Der aufdringliche Mann war sofort verschwunden und der Busfahrer kam zu uns, um uns zu beschwichtigen: Der Mann sei ein Betrüger und habe nichts mit dem Bus zu tun. Jaja, du Busfahrer hast aber die ganze Zeit zugeguckt! Wie oben schon geschrieben, möchte ich mit der Schilderung dieses Erlebnisses dazu ermutigen, selbstbewusst und aufmerksam zu sein! Aber keine Angst. Das war mit Abstand der aufdringlichste Versuch, uns über’s Ohr zu hauen!

In Probolinggo steigst du in den Bus nach Banyuwangi/Ketapan. Steige so nah wie möglich am Fährhafen “Pelabuhan Ketapang” aus. Nötigenfalls nimm ein Taxi. Von hier aus nimm die Fähre rüber nach Bali (Gilimanuk).

Von hier aus fährt leider kein öffentlicher Bus direkt nach Ubud. Eine Möglichkeit ist es, den öffentlich Bus nach Denpasar zu nehmen und von da aus ein Taxi nach Ubud zu nehmen (das Taxi sollte um die 150.000 Rp (=10€) kosten). Wir haben die Alternative genommen und haben uns ein Taxi direkt von Gilimanuk nach Ubud geleistet. Wir waren zu viert, da geht das wohl mal.

Und weiter geht’s auf Bali – sehr bequem!

Auf Bali bin ich ausschließlich Roller gefahren und habe mir für One-Way-Strecken ein Taxi geleistet. Irgendwelche Mitfahrer findest du in den Hostels oder Homestays bestimmt. Die Bequemlichkeit hat dann doch gesiegt!

Der Dschungel ruft! Bukit Lawang auf Sumatra wartet!

Das Highlight meiner Reise der 4 Wochen Indonesien war es sicherlich, zwei Tage durch den Urwald Sumatras zu wandern und dabei Orang-Utans in der freien Wildbahn zu beobachten. Der Weg zum “Tor des Dschungels” Bukit Lawang von Kuta, Bali aus ist zwar etwas aufwendig, aber es lohnt sich so sehr!

Buche einen Flug nach Medan. Am Flughafen Medan angekommen, findest du sehr leicht den richtigen Bus (ALS) nach Binjai. Hier war alles entspannt, es hat niemand versucht, mir irgendetwas anzudrehen und Beschilderung des modernen Flughafens hilft sehr gut beim Zurechtfinden! Selbst der Preis für die Busfahrt prangt auf einem Schild im Bus, sodass keine Feilscherei nötig ist: 30.000 Rp.

Als der Bus in Binjai angehalten ist, war ich damals zunächst sehr verwirrt, weil es für mich sehr nach Industriegebiet aussah. Das lag aber nur daran, dass wir zwischen zwei Lagerhallen gehalten haben. Frage einfach nach dem nächsten Bus nach Bukit Lawang und irgendjemand wird dir die passende Bushaltestelle zeigen. Möglicherweise musst du einige Zeit auf den nächsten Bus warten und wahrscheinlich wirst dieser auch noch bis oben hin vollgestopft sein mit Menschen. Aber Platz wird noch immer geschaffen und die Menschen sind sehr nett und freuen sich Europäer zu sehen, weil sie hier auf Sumatra doch eher eine Seltenheit sind.

Wenn du ein Zimmer im Green Hill Guest House (das ich aber sowas von empfehlen kann!) gebucht hast, wartet vermutlich ein Fahrer beim Busbahnhof Bukit Lawang auf dich und bringt dich mit seiner Motorikkcha schnell und sicher bis ins Dorf. Nach einer abenteurlichen Fahrt kannst du dich im Green Hill mit einem der besten Currys, die ich je gegessen habe, belohnen. Endlich bist du angekommen im Paradies!

 


Hast du noch Fragen oder Anmerkungen, Tipps und Tricks, wie man 4 Wochen Indonesien am besten verbringen kann? Über Kommentare freue ich mich sehr!



2 Comments. Leave new

Super geschriebener Artikel! Und wirklich sehr informativ! 🙂 Ich bin ab nächsten Monat für zwei Monate in Indonesien..und möchte auch so wenig wie möglich als Tour buchen..daher hilft mir das echt weiter 🙂

Ich schicke dir liebe Grüße 🙂
Josi von Passport full of Happiness 🙂

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myTravelMates
Juli 17, 2016 4:37 pm

Danke, freut mich 🙂
Wow, zwei Monate sind natürlich schon mal eine Menge! Du wirst sicherlich viel Spaß haben, es ist ein wunderbares Land! 🙂

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