3 Tage St. Petersburg

3 Tage St. Petersburg

3 Tage in der zweitgrößten Stadt Russlands

Mit der Fähre von Helsinki nach St. Petersburg

3 Tage Sankt Petersburg stehen auf dem heiß ersehnten Plan: Von Helsinki machen wir uns auf ins wilde Russland! Als wir unsere Pässe beim Hafenschalter in Helsinki abgegeben haben, wurde uns freundlich und mit einem höllischen Lachen versichert, dass wir sie auch wiederbekämen und sie nicht verkauft werden würden. Nach Russland kommt man nur auf drei Wegen: 1. Man besorgt sich ganz regulär ein Visum 2. Man fährt mit der Fähre von Helsinki aus und bleibt höchstens 72 Stunden 3. Man besticht die Grenzpolizei, was wahrscheinlich nicht sooo teuer ist – das Rauskommen allerdings könnte dann wirklich teuer werden. Da wir uns für die zweite Variante entschieden haben, wurden die Daten aller Reisepässe in Listen eingetragen, und nach einer Stunde Wartezeit bekamen wir unsere Dokumente tatsächlich zurück und durften das Schiff betreten. Nach ca. 16 Stunden (über Nacht) legt die Fähre an der russischen Küste an.


Tag 1: Ich liebe Wodka!

3 Tage St. Petersburg

Nach einem gefühlt schönen Stempel, den mir ein grimmig dreinblickender Grenzbeamter in meinen Pass donnerte, wurden wir zu unserem Bus gelotst und los ging es: Eine dreistündige Stadtrundfahrt mit vielen interessanten Informationen und einigen Stopps, damit wir Bilder machen können. Dabei bekamen wir einen ersten Eindruck von der riesigen Stadt, die mit 4,8 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Russlands ist. Es gibt unglaublich viele prunkvolle Gebäude, die zusammen mit dem Fluss Newa das Stadtbild prägen. Wenn man sich den Bauten allerdings nähert, zeigt sich, dass der Putz an sehr vielen Stellen abblättert und dass sie etwas abgeranzt sind.

Mit dem Bus sind wir an einigem Sehenswerten angehalten. 3500 Jahre alte Sphinxe, die Anfang des 19. Jahrhunderts aus Ägypten hergeschafft wurden, lächeln immer, wenn die Sonne scheint, so wird es gesagt. Allerdings sind die Münder heute wegerodiert, weshalb uns diese mystische Pharaonenmagie leider bis in alle Ewigkeit verwehrt bleiben wird. Wenn man einer kleinen Statue, die sich unter den Sphinxen befindet, seine Wünsche ins Ohr flüstert, und dann über den Kopf streichelt, so gehen die Wünsche in Erfüllung! An diesem Wochenende habe ich gemerkt, dass die Russen wohl ziemlich viel Glück brauchen. Zumindest wird so ziemlich jeder Statue in der Stadt auch eine Glücksbringerfunktion zugesagt.

Weiter ging es zum Kriegsschiff Aurora, das 1917 den Startschuss zur Oktoberrevolution gab. Nach weiteren schönen und imposanten Plätzen, ging es weiter zur Peter-und Paul-Festung. Diese Festung war der Ausgangspunkt der Erbauung der Stadt. Zar Peter der Große ordnete an, dort am finnischen Meerbusen, eine Stadt zu errichten, um Russland einen Zugang zur Ostsee zu verschaffen. Obwohl das sumpfige Land schlechtestens geeignet war, hat er sich durchgesetzt. Auch musste er wohl anfangs Leute dazu zwingen dort hinzusiedeln, weil niemand dort leben wollte. Wie er das gemacht hat, weiß ich leider nicht mehr. Irgendwie will es aber nicht aus meinen Kopf, dass es irgendetwas mit Wodka zu tun hatte. A propos Wodka: Die Basis St. Petersburgs ist Wodka – und das ist wörtlich zu nehmen! Da das Gebiet so sumpfig ist, mussten viele Gebäudefundamente von Holzstämmen, die in den Boden gerammt wurden, gestützt werden. Und damit diese nicht verrotten, wurden sie vor der Versenkung in Wodka getränkt!

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Auf der Festung gibt es eine Kirche, dessen Spitze einst beschädigt war. Da ein Gerüst und der ganze Klimbsbimbs dem Zaren zu teuer war, versprach er demjenigen, der den Kirchturm erklimmen und den Schaden beheben kann, ein wunderbares Geschenk. Der Glückliche erhielt schließlich eine Urkunde, mit der er in jeder Kneipe in St. Petersburg so viel trinken kann, wie er möchte und das natürlich umsonst! Und was geschah nach dem ersten Abend? Nein, er starb nicht, wie ich vermutet hatte. Er hat lediglich die Urkunde verloren. So stellte der Zar ihm eine neue Urkunde aus. Das wiederholte sich dann noch zwei mal. Da der Zar keine Lust hatte, ihm jeden Tag eine neue Urkunde auszustellen, ein Zar aber immer sein Wort hält, ließ er dem Mann ein Siegel auf den Nacken tätowieren. Nun konnte der Mann in jede Kneipe gehen, auf seinen Nacken zeigen und einen heben. Seitdem tuen es ihm die Russen gleich und schlagen sich, wenn sie über Alkohol sprechen, mit dem Handrücken auf den Nacken. Mein Mitbewohner, der ja mehr oder weniger Russe ist, sich zumindest als ein solcher fühlt, hat mir anschließend noch einmal bestätigt: Wenn du sagst „Der war ziemlich… [in diesem Moment auf den Nacken hauen]“, heißt das, dass er voll war, wie ein Russe (haha, wunderbar, diesen Spruch hier verwenden zu können!).

Außerdem befindet sich noch eine Bronzestatue von Peter dem Großen auf der Festung. Peter der Große war wohl von lustiger Gestalt. Diesmal bringt es kein Glück, wenn man ihm über den Kopf streichelt – man muss möglichst viel auf ihm herumklettern und ihn möglichst viel antatschen. Das finde ich mal eine lustige Idee. Jedenfalls war er wohl wirklich groß, nämlich über zwei Meter, hatte allerdings einen viel zu kleinen Kopf und viel zu kleine Füße. Um seine kleinen Füßchen zu vertuschen, hat er große mit irgendetwas ausgestopfte Schuhe getragen. Wenn man der Statue glauben darf, hat er hier allerdings total über die Stränge geschlagen. Lustig anzusehen ist er allemal.
Während dieses beeindruckenden ersten Einblicks in die ehemalige Hauptstadt Russlands, lernten wir einen Österreicher und seine vier weiblichen Kommilitonen kennen. Gerri, Toni, Julie, Stephi und Iris machen derzeit ihr Erasmussemester in… puh… irgendwo im Nirgendwo Finnlands, wo man noch Wölfe zähmt um mit ihnen Bären zu jagen. Jedenfalls haben wir mit ihnen eine absolut lustige Gruppe gefunden. Die Mädels sollten uns von diesem Tag an nicht mehr von der Seite weichen, uns mit Vodka, Kaviar, Borscht und Krimsekt versorgen.

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Unser Hostel liegt direkt auf der wichtigsten Straße namens Nevsky Prospekt liegt. Ein wunderbares Hostel, dessen Zimmer man nur mit hauseigenen Hausschuhen betreten darf. Wie der Zufall es will, hatten wir einen Russen als Zimmerkollegen, der in Jülich in der Nähe von Aachen studiert. Nachdem wir uns etwas auf dem Nevsky Prospekt umgeguckt haben, war ein Vorbereitungsschlaf nötig. Denn um 23.30 Uhr sollte es beginnen: Unsere Limousine holte uns ab und eine grandiose Party startete. Bis Oben hin mit „original russischem Champagner“ beladen, bestiegen wir zu vierzehnt unsere LeidernichtLincolnlimo (dafür aber ProlloProlloRusskiLimo) und die Stimmung war gleich von Anfang an genial. Unsere Truppe war absolut wunderbar, jeder hatte Bock zusammen zu feiern und alle fanden es geil, mal mit einer Limousine durch die Stadt zu fahren. Es gab nur eine Regel: In die Limo brechen kostet 100€ (was geteilt durch 14 Leute dann ja doch nicht mehr so viel ist – diese Möglichkeit hat aber gottseidank niemand genutzt).
Angehalten haben wir am Ufer der Newa, um das Öffnen der Brücken zu beobachten. St Petersburg ist auf mehreren Inseln erbaut und die Brücken werden jede Nacht hochgeklappt, damit die dicken Schiffe vom finnischen Meerbusen ins Landesinnere fahren können. Wer zum Zeitpunkt des Hochklappens auf der falschen Seite steht, hat Pech gehabt und muss bis zum Morgen warten.
Anschließend wurden wir zu einem der angeblich 10 besten Clubs St. Petersburgs (XxxX The Bar) chauffiert, wo wir einige wenige andere Mitreisende wiedertrafen.Nachdem Toni von den Securities die Kaugummis, die ja Drogen sein könnten, abgenommen wurden (sie hat sie beim Verlassen wiederbekommen!), betraten wir den Club. Die Russen sind da ja anscheinend knallhart: Es ist Halloween und so wurden wir von drei verkleideten, kleinwüchsigen Statisten „empfangen“. Empfangen in Anführungsstrichen, weil sie uns nur traurig angeguckt haben und mehr nicht. Oh oh oh… Das Publikum des Clubs war genau so, wie man es sich in einer Russendisko vorstellt – jedes Klischee wurde erfüllt. Die Frauen waren meist ziemlich hübsch, manche natürlich total aufgetakelt und die Kerle alle Stereotypen eines Russen und knickeknackevoll, was sich unter anderem in sehr lustigem Getanze äußerte. Nachdem die Musik Anfangs gut war und ein DJ-Komplize mit Mikro ziemlich Stimmung verbreitet hat, wurde gegen Ende unseres Besuchs doch etwas komische Musik aufgelegt, die sehr an “ Come on Barbie Girl“ erinnerte. Die meisten Songs wurden von Russen mitgesungen, was den meist englischen Text sehr lustig klingen ließ.
Das möchte ich aber noch einmal betonen: Der Russe weiß, wie man feiert! Also nichts wie hin da!


Tag 2: Katharinenpalast und Bootsfahrt

3 Tage St. Petersburg

Die wenigen Stunden Schlaf hielten uns nicht davon ab, um 07.30 Uhr aufzustehen, uns in den Bus zu setzen und auf einen weiteren erlebenswerten Tag zu freuen. Die lustige Partymusik aus dem russischen Busradio schien uns „Guten Morgen“ sagen zu wollen – die Gegend, durch die man zu unserem nächsten Ziel fährt, allerdings weniger. Mit unseren müden Augen durften wir die andere Seite St Peterburgs kennenlernen. Große, heruntergekommene Plattenbauten, in denen man sich nicht einmal vorstellen möchte zu leben. Ein wirklich krasser Kontrast zu dem, wohin uns unser Bus bringen sollte: Der Katharinenpalast.

Begleitet wurden wir von dem wohl besten Touristenführer St. Petersburgs: „Der Commander“ Nikolai. Seinen Namen hat er sich nicht nur durch seine Uniform mit Springerstiefeln, Alpha-Industries-Jacke, Multifunktionshose und Thor-Steinar-Mütze verdient, sondern besonders durch seine durchaus militärische Art, uns von Attraktion zu Attraktionen und durch diese selbt durchzupeitschen. Er hat hierbei jedoch die Gratwanderung geschafft, es nicht unfreundlich klingen zu lassen, sondern so, als wolle er nur unser Bestes. Am dritten Tag mussten wir dann endgültig feststellen, dass er die coolste Sau Russlands ist. Dazu später mehr…

Am Palast haben wir eine Führung mitgemacht. Katharina (die I., II. oder welche auch immer) war sehr launisch und hat alles abreißen und aufbauen lassen, wie sie gerade lustig war. Vor allem vom im Übermaß vorhandenen Gold ist man zunächst sehr beeindruckt, besonders der Ballsaal ist ziemlich pompös. Jedoch hat man sich ziemlich schnell an das Geglänze gewöhnt und genau in diesem Moment wurde uns mitgeteilt, dass Katharina irgendwann das Gold satt hatte und deshalb auch andere Zimmer ohne Gold ausstatten lassen hat. Auch diese kleineren Zimmer, in denen sich Katharina für die dicken Parties vorbereitet und zwischendurch ausgeruht hat, waren eines Palastes würdig. Und dann kam etwas, auf das ich gewartet hatte, allerdings ohne große Erwartungen: Das Bernsteinzimmer. Wie jedes Kind weiß, ist das echte Bernsteinzimmer, das übrigens ein preußischer König irgendwann mal Peter dem Großen geschenkt hat, seit dem zweiten Weltkrieg verschollen. Da der Bernstein früher aber eh falsch konserviert wurde, wäre der ganz Bernstein beim Wiederauftauchen heute eh mehr oder weniger komplett schwarz. Das nachgebaute Bernsteinzimmer ist absolutst beeindruckend. Der Berstein glänzt! Das Gold glänzt! Man war froh und traurig zugleich, als man dieses Zimmer wieder verlassen musste. Beeindruckend und erglänzend zugleich. Da dieses die Hauptattraktion des Palastes ist, darf man hier keine Fotos machen, (weshalb ich euch die Wikipediafotos nur empfehlen kann) oder wie Der Commander es ausdrückte: „Vor zwei Jahrzehnten hatten wir noch den Kommunismus, heute geht es ihnen nur noch um eins: Geld, Geld, Geld!“. Unterstrichen hat er dies, als er weiter erzählt hat, dass in der Hochsaison 10000 (zehntausend!) Menschen am Tag (!) durch die Gänge geschleust werden. Schon wir wenigen, allerallerallerhöchstens 300, wurden von Zimmer zu Zimmer immer weiter geschickt und konnten uns nicht in Ruhe die zugehörigen Geschichten anhören.

Ich wurde während unserer Führung und der vielen Erzählungen um die ganzen Zaren und deren Söhne nicht das Gefühl los, dass man sich nicht gerade drauf freuen konnte, Zar zu werden. So ziemlich jeder schien nach wenigen Jahren, wenn nicht sogar wenigen Monaten, umgebracht worden zu sein. Aber das kennt man ja auch aus anderen Herrscherfamilien. Schließlich durften wir unsere Schuhüberzüge, die wir anziehen mussten, um den Boden zu schonen und die nicht gerade für meine Schuhgröße entworfen wurden, ausziehen und an die frische Luft gehen. Und nicht nur das! Schließlich gehört zu so einem Schloss auch noch ein riesiger Park. Nachdem Katharina ihren strukturierten, symmetrischen Park hinterm Haus satt hatte, hat sie dahinter noch einen wilden dahinter lassen. Natürlich ließ sie sich nicht lumpen und setzte auch noch einen See dazu. Eine wirklich schöne Umgebung, im Sommer wahrscheinlich noch vielmal schöner.

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Zurück am Nevsky Prospekt angekommen, haben wir uns gleich auf den Weg gemacht. 1,5 Stunden später hatten wir echte russische Uschankas auf dem Kopf! Ein Souvenir-Muss (gibt es z.B. im Stockmann)! Später durfte ich übrigens erfahren, dass nicht nur die Russen diese äußerst warmen Mützen beim Militär einsetzen, sondern auch die Finnen!

Abends, nach einem kurzen Vorbereitungsschläfchen wir brachen auf zur Anlegestelle, um eine abendliche Bootsfahrt zu bestreiten. Auch diese Bootstour, bei der man die Stadt einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernte, war fantastisch! Außerdem wäre sie so in Deutschland niemals durchführbar. Eine viel zu niedrige Reling, gepaart mit viel Sekt, dazu sehr niedrige Brücken wären den deutschen Behörden garantiert zu riskant. Es ist aber natürlich niemand zu Schaden gekommen, weil mindestens einer, wenn nicht alle, gerufen haben, als die nächste Brücke näher kam. Nachdem die Mädels so einige Flaschen „Champagner“ geköpft hatten, fiel mir erst auf, dass wir direkt an der Quelle standen: Die „Original russische Champagnerkiste“ gefüllt mit „Original Russischem Champagner“. Geschickt eingefädelt, Mädels!


Tag 3: Kunst, Kirchen, Commander

3 Tage St. Petersburg

Am letzten Tag der 3 Tage St. Petersburg ging es früh Morgens zum Eremitage, eines der größten Museen der Welt, mitten im Herzen Sankt Peterburgs . Ungefähr 60.000 Exponate werden in mehr als 350 Räumen ausgestellt, über 3 Millionen (!) Kunstwerke werden in den Archiven aufbewahrt. Selbst jetzt beim schreiben bin ich schon wieder baff, obwohl ich es ja schon einmal gehört habe. Uns wurde erzählt, dass man mehrere Jahre braucht, um jedes Ausstellungsstück 1 Minute zu betrachten. Ich wage es zu behaupten, dass man gut 3 Tage in dem Museum verbringen könnte, ohne dass es langweilig werden würde, wenn man denn genug Ausdauer und Kunstinteresse mitbringt. An dem einen haben wir natürlich zu genüge, an dem anderen hapert es etwas, weshalb wir mit gutem Tempo zu den wichtigsten Werken geführt wurden. Natürlich ließen die Russen sich nicht lumpen und haben auch hier wieder jede einzelne Oberfläche in jedem Saal mit Gold überzogen. Prunkvoll ohne Ende. Bei der Führung durch diese glänzende Welt war es nicht sonderlich von Vorteil, dass unsere Museumsführerin eine kleine Russin war. Wie Touristenführer es so tun, hielt sie etwas (in diesem Fall besonders kreativ: ein Eremitageprospekt) hoch, damit ihr jeder folgen kann. Allerdings hat der Prospekt am Ende des kurzen Arms der kleinen Russin nicht einmal meinen Kopf überragt. Überrascht hat mich, dass wir trotzdem niemanden verloren haben. Denn sich in dem riesigen Museum zu verlaufen, ist überhaupt kein Problem.

Ganz witzig war unter anderem die Geschichte, wie Russland zur Raffael-Loggia kam. Katharina (welche auch immer) war ihr Leben lang sooooo sehr mit der Politik beschäftigt, dass sie keine Zeit hatte, nach Rom zu reisen, um sich diesen Gang persönlich anzugucken. Kurzerhand hat sie einfach ein paar Künstler zum Vermessen und Kopieren dort hingeschickt um sich das Gebilde zu Hause nachbauen zu lassen. Auch eine Möglichkeit, die Welt zu „bereisen“.  Zum Thema Kunstinteresse: Anfangs hat man noch gut zugehört, nach und nach waren die Sitzflächen jedoch für viele symphatischer, als großartige Kunstwerke. Ich wurde von mir selbst überrascht, als ich mich dabei erwischt habe, dass ich von manchen Bildern wirklich gefesselt wurde, sie großartig fand. Als die Führerin uns vor die Wahl gestellt hat, das Museum zu verlassen, oder weitere Werke zu sehen, bin ich sogar noch mit zu den Monets, Michelangelos, van Goghs, Picassos etc. gegangen! Allerdings finde ich diese nicht besonders toll. Besonders die von Picasso sind ja mal… naja, wahrscheinlich habe ich einfach keine Ahnung.

Nach einer kurzen Freizeit wartete die Kirchentour auf uns. Als wir in den Bus einstiegen, fingen unsere Herzen an zu rasen, Schmetterlinge in unseren Bäuchen spielten verrückt. Diesmal war unser Reiseführer der Commander! Juhu! Er weiß einfach, die Geschichte in guten Humor zu verpacken. Er sieht zwar aus wie der letzte Hooligan, ist aber ein absolut cooler, netter Kerl. Stolz erzählte er, dass er schonmal mit ein paar Typen Bilder gemacht hat und diese dann von ihnen bei Facebook online gestellt wurden – mit dem Titel „Nikolai’s Army“. Wunderbar passend. Wie es sich gehört, hat er uns auch heute von Kathedrale zu Kathedrale gepeitscht aber immer mit einem symphatischen Lächeln und dem Satz „Don’t rush but never hesitate!“.

In der kommunistischen Ära wurden die ca. 400 Kirchen in St Petersburg nicht abgerissen, sondern praktischerweise einfach anders genutzt. So wurden aus Gebetshäusern kurzerhand nicht nur Werkstätten, Lagerhäuser etc., sondern auch Schwimmbäder! Heute sind wieder ungefähr 80 Kirchen vorhanden, was mir im Angesicht der Größe der Stadt doch als ziemlich wenig erscheint. Die Trinity Cathedral war recht schön anzusehen, nichts besonders Besonderes. Wir sind hier auch nicht lange geblieben. Genauso ist es mit der St Nicolas Cathedral, die, wie der Katharinenpalast, in der Lieblingsfarbe Katharinas gestrichen wurde. Bei diesen zwei Kirchen war eigentlich das Interessanteste, wie inbrünstig die Leute beten und die Bilder der Heiligen abknutschen. Weiter ging es dann mit zwei Kirchen, die heute zu Museen umfunktioniert wurden. Beide sind sehr beeindruckend! Die St Isaac’s Cathedral ist sehr überragend. Hier blieben wir länger und der Commander hat auch einiges erzählt. Anschließend fuhren wir zur Cathedral on the Spilt Blood, die ist im Stil der Basilius Kathedrale in Moskau (die bunte, die man immer mit Moskau verbindet) gebaut. Nach einigen tausenden Fotos kam uns ein Ruf entgegen:“Don’t rush, but never hesitate!“.

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Fazit:
3 Tage St. Petersburg sind absolut lohnenswert! Die Organisation von www.timetravels.fi war wunderbar, wir mussten uns um nichts kümmern, die Guides waren alle gut drauf und es hat alles gut geklappt.  Die Reiseagentur, die diese 3 Tage St. Petersburg und einige andere organisiert muss sehr große Erfahrung haben. Bei uns waren 140 Studenten mit, ein Wochenende später waren fast 500 Studenten mit und sie fahren jedes Wochenende bis Weihnachten nach Russland! Also: Auf auf ins wilde Russland!

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Warst du selbst mal in St. Petersburg oder möchtest dort hin und hast noch Ideen und Anregungen? Immer her damit in die Kommentare!


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